Blue in the Face

Ich bin du

 von Sarah Dessen

 

Hier geht es um ein Mädchen, Caitlin, welches nach dem plötzlichen Verlassen ihrer Schwester den Halt unter den Füßen verloren hat. Sie und ihre beste Freundin Rina werde ins Cheerlederteam aufgenommen, wodrauf Caitlin überhauot keine Lust hat, aber ihrer Mom und Rina zu liebe macht. Nach einem Spiel, als sie, Rina und eine andere aus dem Team auf dem Weg zu einer Party sind, begenet Catlin Rogerson. Sie ist direkt fasziniert von seiner Person. Sie fangen an sich zu treffen. Direkt bei ihrem ersten Treffen bekommt sie mit, dass Rogerson mit Drogen dealt. Er nahm nie einen Blick von ihr, wenn sie beisammen waren. Und wenn doch, dann wusste er genau, wo sie war. Er hasst es, wenn jemand zu spät kommt. Und an einem Abend, an dem Caitlin zu spät kommt, rastet er föllig aus und schlägt zu...

 

Zitat (Lieblingsstelle)

"Wo zum Teufel bist du gewesen?", fragte er und schob sein Gesicht dicht an meins, dass ich seinen Atem spüren konnte, heiß und rauchig. Er packte die Vorderseite meines Kleides und riss mich noch näher an sich. Der Stoff in seiner Faust wurde zerknüllt und quoll zwischen seinen Fingern hervor. "Ich warte seit einer Stunde auf dich."
"Rina", sagte ich schnell, keuchend. "Rina hat mich zum See eingeladen, ich hab versucht, dich anzurufen.."
"Wovon zum Henker redest du?", schrie er und stieß mich weg, so fest, dass ich zurück gegen die Tür fiel. Dieses Mal schwang sie ganz auf und schabte knirschend über die Bordsteinkante. Ich merkte, wie ich zurückstaumelte, das Gleichgewicht verlor und dann aufs Pflaster aufschlug. [...] Mein Gesicht brannte, das Vorderteil meines Kleides war völlig zerknauscht. [...]
"Steh auf", sagte er. Hinter mir konnte ich die Party hören, das Klavier, jetzt Stimmen, die mitsangen. "Steh auf!" "Rogerson", sagte ich, während ich versuchte auf die Füße zu kommen. "Bitte..." "Steh auf!", brüllte er und krallte seine Hand um meinen Arm, zerrte mich zu sich. Ich duckte meinen Kopf, versuchte, ihn wegzudrehe, aber er war zu schnell für mich. Ich sah seine Faust auf mich zukommen und dann traf er mich direkt über meinem linken Auge. Eine Welle von Sternen und Farben verschleierte mir die Sicht. [...] jede Stelle, wo er mich jemals geschlage hatte, schmerzte, wie alte Kriegswunden an einem Regentag. Er stieß mit der Fußspitze in den Rücken. "Komm schon", sagte er leise. Und ich erinnerte mich an das erste Mal, als er das zu mir gesagt hatte. Als alles angefangen hatte. Ald er in dieser offenen Tür gestanden hatte: Komm schon. "Nein",sagte ich ins Gras und versuchte mich ganz klein zu machen und hineinzukriegen, mich zu verstecken, in den Spalten des Gehsteigs neben mir zu versinken. [...] Oh, Cass,dachte ich. Ich vermisse dich so sehr. "Catlin", sagte Rogerson und holte mich wieder in die Realität zurück. Er beugte sich über mich und riss an meiner Jacke, versuchte, mich daran hochzuziehen. Aber ich schüttelte die Jacke ab, ließ sie von meinen Armen und weg von mir gleiten. [...] Ich war müde. Abgenutzt. Die Federung war gerissen. Die Speiche gebrochen. Ich fühlte mich alt und schwach. Ich wartete immer noch auf den nächsten Tritt. Den nächsten Schlag. Es war mir egal, und wenn es das Letzte war, was ich spürte. "Catlin", sagte Rogerson noch einmal, und ich fühlte, wie er den Fuß zurückzog und sich bereitmachte. "Ich habe dir gesagt, du sollst ..."
Weiter kam er nicht. Mit einem Mal hörte ich es: das dumpfe Getrappel von Füßen, das über den Rasen zu mir kam. Mir schien fast, als könnte ich sie durch das Gras hindurch hören, so wenn man einen Zug näher kommen hört. der noch meilenweit weg ist, wenn man das Ohr auf die Gleise legt. Der Lärm kam näher und ich konnte gehetzten Atem hören. Dann eine Stimme. Es war Mom.
"Aufhören!", sagte sie fest und laut. "Sofort aufhören!"
"Ich hab doch...", sagte Rogerson. Und in der Ferne hörte ich mit einem Mal heulende Sirenen. Rogerson trat von mir zurück: Er hatte sie auch gehört. [...]
"Es ist vorbei", sagte Mom weinend. Sie wiegte mich sanft hin und her und strick mir übers Haar. "Es ist alles gut, mein Liebes. Ich bin ja da. Es ist alles gut." [...] Und während der Zeit kauerte Mom über mir und wiegte mich hin und her und sagte mit fester Stimme, das alles gut war, wie an dem Tag, als Cass mir die Narbe über dem Auge beigebracht hatte. Und ich brachte es nicht einmal fertig, ihr zu sage, wie leid es mir tat.
Ich war ausgebrannt, zerbrochen. Er hatte fast alles von mir genommen. Aber er war alles gewesen, was ich in jener Zeit gehabt hatte. Und als ihn die Polizei abführte, riss ich mich aus all diesen liebevollen und geliebten Händen los und schluchze und schrie mit all meinen Schmerzen, weil ich wollte, dass er bei mir blieb.

 

Und bei dem letztes Satz saß ich vor meinem Buch und musste weinen. Ich habe mich sehr in Caitlin reinversetzt und mitgefühlt. So mache ich es meistens, wenn ich lese. Ich stelle mir jede Einzelheit vor, jede Bewegung. Ich liebe das. Aber nun zum Buch:

Ich kann es echt nur weiter empfehlen. Von Anfang an packt einen etwas und man möchte mehr erfahren. Wie Caitlin mit der Situation fertig wird, was sie tut und wie sie es tut, was die Menschen im Umfeld machen und wie sie auf Caitlin reagieren.  Man leidet mit ihr mit und hofft, dass bald alles ein Ende hat. Man hofft auf ein Happy End.. Aber nicht so, wie bei anderen Büchern.. es ist anders.. Man hofft, dass sie jemanden erzählt, wie es ihr geht. Man hofft, dass ihre Schwester zurück kommt und die Leere in diesem Mädchen füllt und ihr des Willen gib Stäkre zu zeigen und Rogerson hinter sich zu lassen. Es ist diese Art von Buch, in der man sich hin und wieder vielleicht mal selbst entdeckt. Sei es in einem glücklichen oder einem traurigen, hilflosen und verzwifeltem Augenblick. Die Geschichte von Caitlin ist so Real. Und man weiß, dass es viele Frauen gibt, denen es genauso geht wie ihr und ich glaube, dass mich das so mitgenommen hat, als ich dieses Buch las.

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